Sonographie in der Geburtshilfe — praktische Anwendung
Von Beate Lareida , Hebamme HF · Fortbildungsleiterin
Veröffentlicht: 28. Februar 2024
· Fachlich überprüft von der Autorin
Von Beate Lareida, Hebamme HF · Fachlich überprüft · Aktualisiert Februar 2024
Point-of-care Ultrasound (POCUS) ist kein Gynäkologen-Monopol mehr. In modernen Kreißsälen gehört intrapartale Sonographie zur Basis-Diagnostik, und gut ausgebildete Hebammen beherrschen fokussierte Untersuchungen. Die technischen Geräte sind günstiger geworden, die Schulungsmöglichkeiten erweitert.
Inhalt
Indikationen im Kreißsaal
Basis-Untersuchungen
Lagediagnostik
Fruchtwassermenge
Plazenta-Lokalisation
Fortbildungsmöglichkeiten
Häufige Fragen
Indikationen im Kreißsaal
Typische Anwendungen:
Bestätigung der Kindslage bei unklarer Befundlage
Fruchtwassermenge bei Fragestellung Oligohydramnion/Polyhydramnion
Plazentalokalisation bei vorgehender Plazenta
Herzaktion bei klinisch auffälliger Ruhe
Die Schweiz. Gesellschaft für Pränatal- und Perinatalmedizin hat Basis-POCUS-Kurse für Hebammen etabliert.
Basis-Untersuchungen
Fokussiert:
Herzaktion (einfach erkennbar)
Kindslage (Kopf/Beckenendlage)
Fruchtwasser (SDP/AFI grobe Abschätzung)
Plazenta-Position grob
Keine biometrische Vermessung oder Anomaliediagnostik — das bleibt Pränatalmediziner-Kompetenz.
Lagediagnostik
Schädellage oder Beckenendlage schnell identifizierbar. Bei Zweifeln vor Entscheidung zur Amniotomie oder operativer Entbindung kurze Kontrolle.
Fruchtwassermenge
Amniotic Fluid Index (AFI) oder Single Deepest Pocket (SDP). AFI Summe der Fruchtwassertiefen in vier Quadranten. SDP: tiefste einzelne Tasche.
AFI < 5 cm oder SDP < 2 cm: Oligohydramnion
AFI 5-25 cm: normal
AFI > 25 cm oder SDP > 8 cm: Polyhydramnion
Plazenta-Lokalisation
Bei Blutung oder Kaiserschnittanamnese dringende Frage. Transabdominal orientierend, transvaginal präzise bei distaler Plazenta.
Warnung
Vaginale Untersuchung bei vermuteter Placenta praevia kontraindiziert. Sonographie zuerst — dann Entscheidung über weitere Untersuchung.
Fortbildungsmöglichkeiten
Schweizer Optionen:
Basis-POCUS Kurs SGPGM (4 Tage)
Universitätsspital Zürich — Ultraschall-Workshop für Hebammen
BFH Bern CAS-Modul "Klinische Ultraschall-Kompetenz Hebammen"
Häufige Fragen
Klinische Relevanz für die Praxis
Das Thema durchdringt mehrere Dimensionen geburtshilflicher Versorgung. In meiner Fortbildungspraxis begegne ich immer wieder der gleichen Spannung: zwischen evidenzbasierten Empfehlungen und dem individuellen Erleben der betreuenden Hebamme. Diese Spannung ist produktiv, wenn sie reflektiert wird.
Konkrete Implikationen für die tägliche Arbeit:
Regelmäßige Überprüfung eigener Praxismuster gegen aktuelle Guidelines
Kollegiale Diskussion komplexer Fälle — auch wenn nichts schiefgelaufen ist
Dokumentation nicht nur der Intervention, sondern der Entscheidungsfindung
Aktive Nachverfolgung neuer Cochrane-Updates im Themenbereich
Praxisempfehlung
Ich empfehle die Einrichtung eines strukturierten Fachbesuchs alle 6 Monate mit einer Peer-Hebamme aus einer anderen Klinik. Der Perspektivwechsel deckt blinde Flecken auf, die im eigenen Arbeitskontext unsichtbar bleiben. Investition: zwei Stunden pro Termin.
Aktuelle Forschungslücken
Trotz umfangreicher Literatur bleiben zentrale Fragen offen. Die schweizerische Versorgungsforschung hinkt internationalen Standards nach, insbesondere bei langfristigen Outcomes. Die Abteilung Klinische Forschung der Universität Basel hat in den letzten Jahren mehrere Projekte initiiert — Hebammen sind als Co-Forschende zunehmend gefragt.
Klinische Relevanz für die Praxis
Das Thema durchdringt mehrere Dimensionen geburtshilflicher Versorgung. In meiner Fortbildungspraxis begegne ich immer wieder der gleichen Spannung: zwischen evidenzbasierten Empfehlungen und dem individuellen Erleben der betreuenden Hebamme. Diese Spannung ist produktiv, wenn sie reflektiert wird.
Konkrete Implikationen für die tägliche Arbeit:
Regelmäßige Überprüfung eigener Praxismuster gegen aktuelle Guidelines
Kollegiale Diskussion komplexer Fälle — auch wenn nichts schiefgelaufen ist
Dokumentation nicht nur der Intervention, sondern der Entscheidungsfindung
Aktive Nachverfolgung neuer Cochrane-Updates im Themenbereich
Praxisempfehlung
Ich empfehle die Einrichtung eines strukturierten Fachbesuchs alle 6 Monate mit einer Peer-Hebamme aus einer anderen Klinik. Der Perspektivwechsel deckt blinde Flecken auf, die im eigenen Arbeitskontext unsichtbar bleiben. Investition: zwei Stunden pro Termin.
Aktuelle Forschungslücken
Trotz umfangreicher Literatur bleiben zentrale Fragen offen. Die schweizerische Versorgungsforschung hinkt internationalen Standards nach, insbesondere bei langfristigen Outcomes. Die Abteilung Klinische Forschung der Universität Basel hat in den letzten Jahren mehrere Projekte initiiert — Hebammen sind als Co-Forschende zunehmend gefragt.
Klinische Relevanz für die Praxis
Das Thema durchdringt mehrere Dimensionen geburtshilflicher Versorgung. In meiner Fortbildungspraxis begegne ich immer wieder der gleichen Spannung: zwischen evidenzbasierten Empfehlungen und dem individuellen Erleben der betreuenden Hebamme. Diese Spannung ist produktiv, wenn sie reflektiert wird.
Konkrete Implikationen für die tägliche Arbeit:
Regelmäßige Überprüfung eigener Praxismuster gegen aktuelle Guidelines
Kollegiale Diskussion komplexer Fälle — auch wenn nichts schiefgelaufen ist
Dokumentation nicht nur der Intervention, sondern der Entscheidungsfindung
Aktive Nachverfolgung neuer Cochrane-Updates im Themenbereich
Praxisempfehlung
Ich empfehle die Einrichtung eines strukturierten Fachbesuchs alle 6 Monate mit einer Peer-Hebamme aus einer anderen Klinik. Der Perspektivwechsel deckt blinde Flecken auf, die im eigenen Arbeitskontext unsichtbar bleiben. Investition: zwei Stunden pro Termin.
Aktuelle Forschungslücken
Trotz umfangreicher Literatur bleiben zentrale Fragen offen. Die schweizerische Versorgungsforschung hinkt internationalen Standards nach, insbesondere bei langfristigen Outcomes. Die Abteilung Klinische Forschung der Universität Basel hat in den letzten Jahren mehrere Projekte initiiert — Hebammen sind als Co-Forschende zunehmend gefragt.
Darf Hebamme eigenständig POCUS?
Rechtlich ja bei zertifizierter Zusatzausbildung. Klinikinterne Protokolle regeln Details.
Geräteauswahl?
Handheld-Geräte (z.B. Butterfly iQ) ausreichend für Basisfragen. Hochauflösende konventionelle Geräte für komplexere Untersuchungen.
Fazit für die Praxis
Fetale Überwachung ist technische Präzision plus klinische Urteilskraft. Weder die eine noch die andere allein reicht. Die Hebamme, die sowohl das CTG technisch beherrscht als auch die Gesamtsituation klinisch erfasst, trifft die besten Entscheidungen.
Was sich aus diesem Thema mitnehmen lässt:
Technik ist Werkzeug, nicht Urteil
Klinischer Befund priorisiert die Technik
Dokumentation aller Befunde und Schlussfolgerungen
Regelmäßiges CTG-Training erhält die Urteilssicherheit
Beate Lareida , Hebamme HF, Olten